Bundesliga: Berlin kommt mit EM-Dritten

Autor: Anonymous User
Letzte Änderung: 25.08.2006

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Die Judo-Bundesliga, Gruppe Nord, geht in ihre entscheidende Phase. Während Spitzenreiter JC 90 Frankfurt/Oder (10:0-Punkte) nicht mehr zu gefährden ist, geht es hinter der Ausnahme-Mannschaft äußerst eng und mithin packend zu.

Der Tabellenfünfte SU Annen (5:5) kann heute um 18 Uhr im Dojo am Kälberweg durch einen Heimsieg gegen SV Georg Knorr Berlin (6:4) gleich zwei Plätze gutmachen und einen wichtigen Schritt in Richtung Endrunden-Teilnahme tätigen. Ganz im Zeichen des Viertelfinals steht auch der Kampf zwischen dem SC Berlin und dem Hamburger JT (jeweils 6:4).

Die punktgleichen "Kellerkinder" TSV Hertha Walheim und Annens letzter Vorrunden-Gegner UJKC Potsdam (16. September, 18 Uhr in Witten, beide 2:8) machen den Absteiger wohl schon heute unter sich aus. Mithin ist für jede Menge Spannung gesorgt.

Bei der SU Annen ist indes auf eines Verlass: die umfangreiche Verletztenliste. Teya Ahlmeyer (73kg) kehrte von einem Lehrgang des Niedersächsischen Judo-Verbandes mit einer Streptokokken-Infektion aus Russland zurück. Da Antibiotika nicht wirkten, musste sich Ahlmeyer einer Operation unterziehen. Er fällt deshalb länger aus.

Wieder drei Ausfälle

Und auch Jonas Focke (66kg, Innenbandriss) und Roman Lust (73kg, Meniskuseinriss) fehlen auf Grund von Verletzungen. Darüber hinaus bereitet sich Stefan Oldenburg (81kg) derzeit im Trainingslager des Deutschen Judo-Bundes auf die U-20-Europa-Meisterschaft vor, während Martin Drechsler (81kg) noch im Urlaub in Brasilien weilt. Mithin macht Trainer Holk Silbersack das, was er am besten kann: improvisieren. "Ich habe bis zur 81kg-Klasse immerhin jede Kategorie mit zwei Mann besetzt", fügt er ironisch an, wohl wissend, dass die Probleme in der 90kg-Einheit immens sind.

Denn da fehlt ein adäquater Kämpfer. So muss einer aus der Kategorie darunter aushelfen. Und das wird angesichts der Ausfälle von Oldenburg und Drechsler alles andere als leicht. Besser sieht die Lage bei den "schweren Jungs" aus. Dort hat Silbersack fast schon die Qual der Wahl. Da der Berliner "Altinternationale" Frank Möller seine Karriere beendet hat, sind zumindest die Aufgaben im Schwergewicht lösbar.

An Ausfälle mittlerweile gewöhnt, blickt Holk Silbersack optimistisch nach vorn: "Wir haben alles noch selbst in der Hand". Zwei Siege - und die SUA ist sicher im Viertelfinale. "Wenn wir das nicht schaffen, haben wir in der Runde der letzten Acht auch nichts verloren", stellt der Coach unmissverständlich klar, was er von seinen Mannen heute und in drei Wochen auf heimischer Matte erwartet.

Drei starke Ausländer

Da können ihn auch die drei starken Ausländer der Gäste nicht schocken. Mit dem niederländischen EM-Dritten Bryan van Dijk (73kg), dem Serben Milos Mijalkovicz (66kg) und dem Niederländer Henk Grol (90 und 100kg) verfügen die Hauptstädter über Judoka, die von den Annenern nur schwer zu bezwingen sein dürften.

"Ansonsten hat Berlin zwar gute Deutsche, die aber alle von uns zu besiegen sind", so der Trainer, der jedoch weiß, "dass das ganz, ganz eng wird". - DB